Während Block, File und Object Storage beschreiben, in welcher Form die Daten abgelegt werden, geht es bei DAS, NAS und SAN um die Architektur, also wo der Speicher steht und wie er angebunden ist. Mehr zu den Speicherarten findest du in Block, File und Object Storage.
DAS – Direct Attached Storage#
Beim DAS hängt der Speicher direkt an genau einem Server, ohne Netzwerk dazwischen. Das kann die eingebaute Festplatte sein, aber auch ein externes Gehäuse mit mehreren Platten, das per Kabel angeschlossen ist.
Anbindung: SATA, SAS, NVMe, USB oder Thunderbolt
Speicherart: Block Storage, das Betriebssystem des Servers formatiert und verwaltet die Platten selbst.
Typische Beispiele:
- die SSD in deinem Proxmox-Host
- ein externes USB-Laufwerk für Backups
- ein JBOD-Gehäuse mit vielen Festplatten, per SAS an einen Server angeschlossen
Vorteile: günstig, einfach, sehr schnell, keine Abhängigkeit vom Netzwerk.
Nachteile: Nur der eine Server kann den Speicher direkt nutzen. Fällt er aus, kommst du nicht mehr an die Daten, und erweitern lässt sich das Ganze nur begrenzt.
NAS – Network Attached Storage#
Ein NAS ist ein eigenständiges Gerät mit eigenem Betriebssystem, das seinen Speicher über das normale Netzwerk als Freigabe bereitstellt. Die Clients sehen fertige Ordner und Dateien, das Dateisystem verwaltet das NAS selbst.
Anbindung: normales Ethernet-Netzwerk, meist 1 bis 10 Gbit/s
Protokolle: SMB/CIFS (vor allem Windows), NFS (vor allem Linux), dazu oft FTP, WebDAV oder rsync
Speicherart: File Storage
Typische Beispiele:
- Synology, QNAP oder UGREEN im Heimnetz oder kleinen Büro
- selbst gebaute Systeme mit TrueNAS, OpenMediaVault oder Unraid
- NFS-Freigabe für ISO-Images und Backups in Proxmox
Vorteile: einfach einzurichten, von vielen Geräten gleichzeitig nutzbar, zentrale Datenablage mit Benutzerrechten, Snapshots und Backups.
Nachteile: teilt sich das Netzwerk mit dem übrigen Datenverkehr und ist deshalb langsamer als DAS oder SAN. Für Datenbanken oder viele VM-Festplatten mit hoher Last ist es nur bedingt geeignet.
SAN – Storage Area Network#
Ein SAN ist ein eigenes, vom übrigen Netzwerk getrenntes Speichernetz. Es stellt den Servern Speicher auf Blockebene bereit. Für den Server sieht ein Volume aus dem SAN deshalb aus wie eine lokale Festplatte, die er selbst formatiert. Diese Volumes heißen LUNs (Logical Unit Numbers).
Anbindung: eigene Switches und Leitungen, meist redundant ausgelegt
Protokolle:
- Fibre Channel (FC): klassisch im Rechenzentrum, sehr zuverlässig, aber teuer und mit eigener Hardware
- iSCSI: SCSI-Befehle über normales Ethernet, günstiger und auch im Homelab gut machbar
- NVMe over Fabrics (NVMe-oF): moderne Variante mit besonders geringer Latenz
Speicherart: Block Storage
Typische Beispiele:
- zentrale Storage-Systeme von NetApp, Dell oder HPE im Rechenzentrum
- gemeinsamer Speicher für einen VMware- oder Proxmox-Cluster
- iSCSI-Ziel auf TrueNAS als Übungs-SAN im Homelab
Vorteile: sehr schnell, hochverfügbar dank redundanter Wege, zentral verwaltbar und ideal als gemeinsamer Speicher für Virtualisierungscluster und Datenbanken.
Nachteile: teuer, aufwendig zu planen und zu betreiben, erfordert Fachwissen. Für kleine Umgebungen meist überdimensioniert.
Der Unterschied zwischen NAS und SAN#
Die Abkürzungen sind fast gleich, und beide stellen Speicher über ein Netzwerk bereit. Der entscheidende Unterschied liegt in der Ebene:
- NAS liefert Dateien. Das Dateisystem liegt auf dem NAS, und der Client fragt: „Gib mir die Datei
bericht.pdf.“ - SAN liefert Blöcke. Das Dateisystem liegt auf dem Server, und der fragt: „Gib mir Block 4711.“
Eine Eselsbrücke: Beim NAS teilst du einen Ordner, beim SAN verleihst du eine Festplatte.
Die drei Lösungen im Vergleich#
| DAS | NAS | SAN | |
|---|---|---|---|
| Anbindung | direkt per Kabel | normales Netzwerk | eigenes Speichernetz |
| Ebene | Block | Datei | Block |
| Protokolle | SATA, SAS, NVMe, USB | SMB, NFS | Fibre Channel, iSCSI, NVMe-oF |
| Gleichzeitig nutzbar | ein Server | viele Clients | viele Server, je LUN meist einer |
| Geschwindigkeit | sehr hoch | mittel | sehr hoch |
| Kosten | gering | gering bis mittel | hoch |
| Typisch für | Einzelserver, Workstation | Dateiablage, Backups | Rechenzentrum, VM-Cluster |
Welche Lösung passt zu dir?#
- Einzelner Server oder Proxmox-Host im Homelab? DAS mit lokalen SSDs, am besten im ZFS-Mirror.
- Zentrale Dateiablage für Familie, Büro oder Backups? Ein NAS mit SMB- und NFS-Freigaben.
- Mehrere Virtualisierungshosts mit gemeinsamem Speicher und Hochverfügbarkeit? Ein SAN, im kleinen Rahmen per iSCSI.
In der Praxis verschwimmen die Grenzen: Viele NAS-Systeme wie Synology oder TrueNAS bieten zusätzlich iSCSI an und arbeiten damit gleichzeitig als kleines SAN. Und verteilte Systeme wie Ceph in Proxmox ersetzen das klassische SAN, indem sie die lokalen Platten mehrerer Server zu einem gemeinsamen Speicher zusammenfassen.

